gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Englisch "Simoom", kleinerer und extrem heißer, trockener, lokaler Wind in Arabien und der Sahara. Temperaturen innerhalb des Windes erreichen bis zu 55° C, und zudem fällt die Feuchte bis auf 10 Prozent. Starke Erderwärmung unter wolkenlosem Himmel verursacht den Samum. Das arabische Wort bedeutet "Giftiger Wind" und bezieht sich auf die Eigenschaft dieser Erscheinung, Hitzeschlag zu verursachen.
Einleitung
Ein großer Teil der durch Luft getragenen Partikel stammt aus
ariden und öden Regionen der Erde und wird über den gesamten
Globus verteilt. Das bekannteste Beispiel für diesen Transport ist
wohl der Abtrag von Wüstenaerosolen aus dem Gebiet der Sahara
(siehe auch Bebilderung), der sich über Flächen von einigen
100.000 km2 ausdehnt. Dieser Staub kann als über die
nördliche Hemisphäre verteilt angesehen werden.
Da Transportweiten bis zu 10.000 km beobachtet werden, ist
Wüstenstaub sozusagen omnipräsent innerhalb der
Atmosphäre.
Durch diese Allgegenwärtigkeit haben die Wüstenaerosole, bestehend aus einer Mischung von Mineralstoffen aus Bodenerosion und starken Anteilen an Schwefel, Stickstoffkomponenten, Ruß aus Verbrennungsquellen und Partikelmasse aus der Biosphäre, einen starken Einfluss auf das atmosphärische Strahlungsfeld. Der Staub streut nicht nur, sondern absorbiert auch Sonnenstrahlung, und er absorbiert und emittiert die langwellige Strahlung. Die Stärke und selbst das Zeichen des direkten Strahlungsantriebs von Staub ist unsicher und hängt von den optischen Eigenschaften des Staubs, seiner vertikalen Verteilung, der Wolkenbedeckung und der Bodenreflektivität ab. Starke Säulenbeladungen, die häufig über Wüsten und während weitreichender Transporte von Staubausbrüchen beobachtet werden, verursachen eine Erwärmung darüberliegender Schichten und ändern dadurch die atmosphärische (In)Stabilität. Bis heute beinhaltet kein Wettermodell die Wechselwirkung zwischen diesen starken diabatischen Erwärmungsraten und der atmosphärischen Dynamik. Der direkte Strahlungsantrieb des Mineralstaubs wird auf -0.5 Wm-2 bis
0.5 Wm-2 geschätzt und deutet daher auf
eine globale Bedeutung im Vergleich mit Treibhausgasen und anderen
Effekten hin.
Staub beeinflusst das Erdsystem auf verschiedene Weise. Staub kann
optische Eigenschaften von Wolken durch die Änderung der Anzahl
von Wolkenkondensations- bzw. Eiskernen beeinflussen. Die Effizienz von
Staubpartikeln, Wolkenkondensationskerne zu bilden, kann sich
während des Transports aufgrund von Vermischung mit löslichen
Stoffen verändern. Dies kann sowohl die Helligkeit der Wolken als
auch die Regenbildung beeinflussen. Staubteilchen können chemische
Reaktionen in der Atmosphäre durch ihre große
Oberfläche beeinflussen. Kleinstpartikel (z.B. Fe), die sich mit
dem Staub ablagern, ändern marine und terrestrische
Ökosysteme, folglich den Kohlenstoffkreislauf und wahrscheinlich
atmosphärische Treibhausgase. Der genaue Einfluss dieser
indirekten Staubfolgen ist sehr unsicher.
Staubausbrüche über Europa, wie der vom 11. - 16. Oktober
2001, wurden auch von EARLINET
dokumentiert.
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Staubausbruch am 13. October 2001,
ebenfalls beobachtet durch EARLINET
|
Betroffene EARLINET-Stationen |
Erwartungen
Partner
| Forschungsgruppe | Partner | Titel des Projektes |
|---|---|---|
| Institute für Physik der Atmosphäre, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) | Petzold, Ehret, Schumann | Airborne in situ and remote sensing studies on the vertical and area distribution of microphysical and optical properties of Saharan dust |
| Institut für Fernerkundung, Deutsches Zentrum für
Luft- und Raumfahrt (DLR), Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, Leipzig (IfT) |
Trautmann, Wendisch, Heintzenberg | Radiative properties of Sahara dust, in-situ aircraft measurements and model calculations |
| Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena, Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, Leipzig (IfT) |
Tegen, Heintzenberg, Renner | Regional modeling of the Saharan dust cycle |
| Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, Leipzig
(IfT), Institute für Meteorologie der Universität München |
Ansmann, Wiegner | Vertically resolved characterization of Saharan dust based on observations with lidars |
| Leibniz Institute for Tropospheric Research, Leipzig (IfT) | Heintzenberg, Wiedensohler | Hygroscopicity and optical properties of dust particles: Technical development and field application |
| Institut für Physik der Atmosphäre,
Universität Mainz, Institut für Mineralogie, Technische Universität Darmstadt |
Jaenicke, Schütz, Weinbruch | Physicochemical parameters of desert aerosols |
| Institut für Umweltphysik und Fernerkundung, Universität Bremen | Burrows, v. Hoyningen-Huene |
Dust aerosol REtrievAl from space-borne instruMentS (DREAMS) |
| Laboratoire de Physique de l`Atmosphère, Departement de Physique, Faculté des Sciences, Oujda, Morocco | Mohammed Diouri | Columnar optical aerosol properties over Morocco |
Instrument
Unsere Gruppe wird mit dem Sechs-Wellenlängen-Lidar,
einem
Sonnenphotometer und einer Radiosondenstation an SAMUM teilnehmen.
Unsere Publikationen zum Thema
Mineralstaub:
Mattis, I., Ansmann, A., Müller, D., Wandinger, U. and Althausen, D. 2002. Dual-wavelength Raman lidar observations of the extinction-to-backscatter ratio of Saharan dust. Geophys. Res. Lett., 29, doi: 10.1029/2002GL014721.
Ansmann, A., Bösenberg, J., Chaikovsky, A. P., Comerón,
A., Eixmann,
R., Freudenthaler, V., Ginoux, P., Konguem, L., Linné, H.,
Márquez, M.
Á. L., Manoj, S., Matthias, V., Mattis, I., Mitev, V.,
Müller, D.,
Nickovic, S., Pelon, J., Sauvage, L., Sobolewsky, P., Stohl, A.,
Torres, O., Vaughan, G., Wandinger, U. and Wiegner, M. 2003. Long-range
transport of Saharan dust to northern Europe: The 11-16 October 2001
outbreak with EARLINET. Journal of Geophysical Research, 108, 4783,
doi: 10.1029/2003JD003757.
Müller, D., Mattis, I., Wandinger, U., Ansmann, A., Althausen, D., Dubovik, O., Eckhardt, S. and Stohl, A. 2003. Saharan dust over a Central European EARLINET-AERONET site: Combined observations with Raman lidar and Sun photometer. Journal of Geophysical Research, 108, 4345, doi: 10.1029/2002JD002918.
SAMUM verwandte Downloads und Links